Praxistest: Segeln im Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Kann ein großes Auto so sparsam sein wie ein kleines? Jawoll – wie Mercedes-Benz mit dem neuen E 300 BlueTEC Hybrid bewies. Wir durften das Mercedes Hybrid-Modell schon mal ausführlich testen.

Was am Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid am besten gefällt? Ganz klar, nämlich, dass er seine Umweltfreundlichkeit nicht durch eine optisch fragwürdige Karosserie aufdrängt. Dieses E-Klasse-Modell sieht aus wie andere Limousinen oder T-Modelle der Baureihe. Als Coupe oder Cabrio ist der kraftvolle Diesel-Hybrid mit 204 PS und 500 Nm Drehmoment indes nicht erhältlich. Der geschickt zwischen Verbrenner und der 7G-Tronic Plus-Automatik  untergebrachte E-Motor ist seinerseits gut für weitere kW und 250 Nm. Die kleine Lithium-Ionen-Batterie residiert im Motorraum, wodurch Koffer- und Innenraum keine Einbußen hinnehmen müssen.   

Im neuen E-Klasse-Modell reist es sich sehr komfortabel

Wie sich der Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid fährt? So komfortable und angenehm, wie es von einem schweren Wagen eben zu erwarten ist und dabei gänzlich unspektakulär, Gott sei Dank. So verleitet die neue E-Klasse-Version einerseits nicht zur Raserei, andererseits nervt sie nicht durch Lahmarschigkeit. Wer deutlich schneller als mit Richtgeschwindigkeit vorankommen will, kein Problem, der Diesel bietet absolut genügend Dampf. Der Wagen der gehobenen Mittelklasse startet und rangiert jedoch elektrisch – das wird jedoch er so richtig klar, wenn sich nach Druck auf den Startknopf am Drehzahlmesser nichts tut.

Im Stadtverkehr brilliert der Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Grundprinzip der Mercedes Hybrid-Philosophie ist das Segeln: Wer in voller Fahrt vom Gas geht, deaktiviert automatisch den Motor, was Energie rekuperiert. Wird dazu noch das rechte Schaltpaddel gezogen, wird der komplette Antriebsstrang von den Hinterrädern abgekoppelt, und die E-Klasse rollt so richtig lange ohne jeglichen Fahrverbrauch vor sich hin. Außerorts funktioniert dieses Prinzip vor allem im bergigen Bereich, weniger in planen Landstrichen wie etwa dem flachen Ammerland. Der wahre Vorteil des Segelns wird einem jedoch erst im Stadtverkehr gewahr: Einmal Gas geben, Motor abschalten und segeln – die nächste Ampel ist ja ohnehin rot.

Mercedes Hybrid-Auto mit Sportpaket

Für den Mercedes Hybrid-Selbstzünder wird vom Werk ein kombinierter Spritkonsum von 4,2 l/100 km angegeben, was einem CO2-Ausstoß von 109 g/km entspricht. Mit dem an unserer iridiumsilbernen Test-Limousine verbauten Sport-Paket, das den 18-Zoll-Alufelgen breite 245er Pneus vorn und 255er Reifen hinten bescherte, konnten wir diesen Wert ohnehin nicht erreichen. Allerdings fällt unser Schnitt von 4,5 Litern absolut nicht zu hoch aus, zumal wir es anfangs auch noch nicht auf maximale Sparsamkeit angelegt hatten und freilich auch eine Eingewöhnungsphase nötig hatten. Stellen wir uns aber mal vor, wie knauserig der Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid mit etwas Übung ist…