Der VW Fox wird schnell gebrechlich

Berlin – Mit dem Größenwachstum von Autos, auch dem von Kleinwagen wie VW Polo oder Ford Fiesta, war irgendwann Platz für eine neue Fahrzeuggattung: den Kleinstwagen. Auch diese Klasse hat mittlerweile Tradition.

Bei VW blickt das aktuelle Modell Up schon auf zwei Vorgänger zurück, darunter den Fox. Auf 3,83 Meter Länge bot der sogar vergleichsweise viel Platz. Raum gibt er auch für eine Vielzahl an Mängeln und Schwächen.

«Der Fox bleibt nur bedingt empfehlenswert, zu oft fällt er, trotz unterdurchschnittlicher Laufleistung, durch die Tüv-Prüfung», schreibt der «TÜV Report 2018» über das Abschneiden bei der Hauptuntersuchung (HU). Grünes Licht erteilen die Prüfer in der Regel eigentlich nur in einer Disziplin: dem Ölverlust, der kaum auftritt.

Großes Manko dagegen ist das Fahrwerk: Die Achsenaufhängungen werden je nach Jahrgang bis zu fünf Mal häufiger als beim Durchschnitt aller überprüften Autos beanstandet. Auch die Antriebswellen und Dämpfungen fallen ebenso negativ auf wie die Einstellung des Abblendlichtes, auch die Bremskomponenten.

Trotz seiner Unzulänglichkeiten auf dem Prüfstand, ist der Fox im Alltag offenbar ein recht zuverlässiges Auto. Zumindest in der aktuellen ADAC-Pannenstatistik schneidet er mit guten bis sogar sehr guten Werten ab. Offenbar führen die Tüv-relevanten Patzer selten zum Liegenbleiben am Straßenrand.

Häufige Gründe, die zum Hilfseinsatz führten, waren nach Angaben des Clubs defekte Zündspulen bei Autos von 2008 bis 2010 oder streikende Zündschlösser, die sich beim Baujahr 2010 häuften. Ferner fiel der Fox auch mit kaputten Bremslichtern auf (2009 bis 2010).

Die Zahl der Rückrufe beschränkt sich auf zwei: Bei vielen Fox der Modelljahre 2005 bis 2007 wollte die Motorhaube nicht so recht schließen, weil sich der Fanghaken verbogen hatte – im Dezember 2006 gab es die entsprechende Aktion. Ob ihr Exemplar betroffen war, können Gebrauchtwageninteressenten an einem Eintrag mit dem Aktionscode «55D6 durchgeführt» im Service-Heft oder einem entsprechenden Aufkleber im Bereich der Reserveradwanne erkennen.

Der zweite Rückruf betraf im Januar 2008 die Kraftstoff-Vorförderpumpe, die bei Autos von 2005 bis Mitte 2007 ausfallen konnte, was sich an einem ruckelnden Fahrverhalten zeigte. Teils sprang das Auto gar nicht mehr an.

Auf den Wolf, den VW Lupo (lateinisch für Wolf), als kleinstem Modell von Volkswagen folgte 2005 der Fuchs: Der in Brasilien entwickelte Fox (englisch für Fuchs) stieg mit dem Basismodell preislich zwar bei unter 9000 Euro ein, war aber auch spartanisch eingerichtet. Nur gegen Aufpreis gab es praktische Extras wie eine verschiebbare Rückbank oder Sicherheitsausstattung wie ESP und Seitenairbags. Für einen Wagen seiner Klasse sitzen Fahrer und Beifahrer relativ hoch. Ausgeliefert wurde er stets als Dreitürer.

Der Fox war nicht nur der kleinste und preisgünstigste VW, sondern auch der mit einem der übersichtlichsten Angebote unter der Motorhaube. Es gab ein 1,2-Liter-Benziner mit wahlweise 40 kW/55 PS oder 44 kW/60 PS, einen 1,4-Liter-Benziner mit 55 kW/75 PS sowie einen TDI-Diesel mit 51 kW/70 PS aus ebenfalls 1,4 Litern Hubraum. Die Kraftübertragung übernimmt jeweils ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Erst mit dem Nachfolger Up, der 2011 kam, brach bei VW in der Kleinstwagenklasse das Erdgas- und Elektrozeitalter an.

Wer sich nach einem Fox umschaut, kann gepflegte Exemplare in gutem Zustand finden. Der «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand listet den Fox 1.2 mit 44 kW/60 PS von 2011 bei einer Laufleistung von 97.000 Kilometern mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 3575 Euro. Soll es ein älterer Benziner sein, werden nach DAT-Auskunft zum Beispiel im Fall eines 1.2-Liters mit 40 kW/55 PS vom Baujahr 2009 noch durchschnittlich 2550 Euro aufgerufen (121.000 Kilometer).

Ein gleich alter 1.4 TDI mit 51 kW/70 PS ist mit 3075 Euro und 144.000 Kilometern eingetragen, drei Jahre älter werden für das gleiche Auto (180.000 Kilometer) laut Statistik noch um die 2225 Euro verlangt.

Fotocredits: Volkswagen AG
(dpa/tmn)