Melkus-Pleite: War es das für den Flügeltürer aus Sachsen?

Der Dresdener Sportwagenhersteller Melkus hat Insolvenzantrag gestellt. Zu wenige Menschen wollten sich einen Melkus kaufen, was dem hohen Preisniveau geschuldet sein dürfte. Der Firmeninhaber will aber nicht aufgeben.

Der Melkus RS 2000 ist potenter PS-Protz aus deutscher Manufaktur. Doch zuletzt brach der Absatz ein. Die vor sechs Jahren wieder gegründete Firma hat am Dresdener Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Die Umsätze hätten nicht gelangt, um sich am Markt zu etablieren, gab der Kleinserien-Hersteller bekannt. Inhaber und Enkel Sepp Melkus will sich nun auf die Suche nach neuen  Investoren machen, um weiterhin Melkus Sportwagen bauen zu können und die Fortführung der Firma sicherzustellen.

Melkus RS 2000 kommt auf solider Basis

Melkus konnte die beabsichtigten 25 RS 2000 pro Jahr für mindestens 115.000 Euro nicht an den Mann bringen. Nicht völlig überraschend: Der optisch mit Ausnahme der Flügeltüren sehr ähnliche Lotus Elise, der auch die technische Basis des  Melkus RS 2000 darstellt, kostet nur etwa die Hälfte. Den Flügeltürer aus Sachsen befeuert ein Zwoliter-Turbobenziner mit 270 bis 375 PS. Der Spurt von 0 auf 100 km/h ist damit bestenfalls in 3,8 Sekunden absolviert, das Spitzentempo beläuft sich auf 270 bis 300 km/h.

Melkus Sportwagen sorgten schon in der DDR für Aufsehen

Berühmt wurde Melkus vor allem in der DDR durch den Melkus RS 1000. Diesen Rennsportwagen entwarf der findige Bastler Heinz Melkus, der mit seinem Flitzer auch gleich mehrere DDR-Meistertitel holte. Von dem zweisitzigen Flügeltürer auf Grundlage des Wartburg 353 mit getuntem, mindesten 70 PS starkem Dreizylinder-Zweitakter wurden zwischen 1969 und 1980 im Ganzen 101 Exemplare montiert.