Chrysler 200 C – ein Lancia aus den Staaten

Auf der LA Auto Show wurde am Pentastar-Stand der Chrysler 200 C präsentiert. Nach Europa soll das Chrysler Auto der Mittelklasse jedoch als Lancia kommen.

Damit ist der Chrysler 200 C quasi von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Pessimistischer Autor? Nein, Realist. Wie hieß doch gleich das große Lancia Modell, das als große Attacke auf die etablierte Mittelklasse angekündigt wurde und dort mehr als kläglich versagte? Richtig, Lancia Thesis. Der war schon vor seiner Einstellung im Jahr 2009 kein Thema für westeuropäische Kunden, die wussten, was sie an ihren 3er BMW, C-Klasse Mercedes und VW Passat hatten. Doch mit dem neuen Chrysler Auto das Debakel wiederholen? Wieso?

Chrysler 200 C beerbt Sebring

Chrysler Deutschland sollte den Chrysler 200 C einfach als das einführen, wofür das vier- und sechszylindrige Mittelklasse-Fahrzeug entwickelt wurde: Als Nachfolger des Chrysler Sebring. Nicht mehr und nicht weniger. Der oftmals reichlich starrsinnige Fiat-Chef Sergio Marcchione müsste langsam erkannt haben, dass seine Konzernmarke Lancia in Deutschland nur auf sehr mäßiges Interesse stößt. Daher erscheint es für keinen aller Beteiligten sinnvoll, das neue Chrysler Auto als Lancia umzulabeln, deren Designsprache es überdies hinaus nicht spricht.

Chrysler Auto-Design als Lancia verramschen?

Imageseitig führt der Chrysler 200 C das fort, was der Sebring darstellte: einen Wagen für alle, denen der europäisch-japanische Einheitsbrei nicht schmeckte. Ein Chrysler Auto hatte wie der 300 C eben anders zu sein, kantig, es stieß überall ein wenig an. Nur die Positionierung in der gehobenen Mittelklasse teilte sicher der Ami mit dem gefallsüchtigen, aufgedonnerten Italiener. Und wer einen solchen rundgelutschten Südländer haben wollte, kaufte sich eben einen. Oder auch nicht. Never Change a winning Team!