Dodge Viper: Ende der schnellen Schlange

Schluss mit bissig: Die Produktion der Dodge Viper wurde kürzlich eingestellt. Ob es jemals einen Roadster geben wird, der der SRT10 das Wasser reichen kann?

Zum Gedenken an die Dodge Viper wollen wir uns besinnen auf das, was uns dieser Supersportwagen brachte. Zunächst mal eine dümmliche TV-Serie mit gleichem Namen, in der das Fahrzeug ähnlich wie bei Knightrider in Ermangelung denkfähiger Protagonisten den Hirnschmalz beisteuert. Den wenigen glücklichen Besitzern brachte sie ungeachtet der Benzinpreise horrende Tankrechnungen. Der V10-Motor, einst mithilfe von Lamborghini von einem Pick-Up-Triebwerk abgeleitet, soff mehr als Juhnke und Sinatra zusammen – und war obendrein noch lauter. Die letzte amerikanische SRT10 drückte 600 PS auf die Straße und donnerte die Ergebnisse der Verbrennung aus den Sidepipes raus, dass die Alarmanlagen anderer Tiefgaragen-Benutzer reihenweise heulten.

Dodge Viper – Auf der Suche nach Grip

Die wenigen Dodge Viper-Besitzer, die den seit 1992 in zwei Modellreihen gebauten Krawallbruder kauften, leisteten zu wenig Überzeugungsarbeit – insgesamt verließen nur rund 25.000 Fahrzeuge das Band. Jetzt hat der neue Besitzer Fiat die mehr röhrende als zischende Viper SRT 10 als unrentabel erkannt und kurzerhand gestoppt. Schade. Aber alternativ steht den Sonnenanbetern ja der Fiat 500C zur Verfügung, damit kann auch dank Impotenz unter der Haube auch nichts passieren. Denn nicht jeder vermochte die von jeder den Fahrspaß einschränkenden Elektronik mit Ausnahme von ABS befreite Dodge Viper zu beherrschen. Bei weit über 700 Nm Drehmoment der SRT10 haben auch die 345er-Reifen der Heckschleuder mit der Traktion auch in höheren Gängen ihre liebe Not.

SRT10: Wann ist ein Mann ein Mann?

Preislich kann der offensichtliche Misserfolg der Dodge Viper auch nicht begründet werden, nirgendwo anders gab es derart viel Leistung zum Preis von gerade mal 92.885 US$. Und auch nirgendwo anders so viel scheußlich billig erscheinendes Plastik wie im Innenraum. Hier war stets Verbesserung nötig. Die brachte Tuner Hennessey, der zudem den robusten 8,3 l großen SRT10-Motor mit zwei Turboladern krönte und das Ergebnis Venom 1000 Twin Turbo taufte. Schlappe 1.100 PS und sagenhafte 1.490 Nm für lächerliche 187.710 $. Im Test von Null auf Hundert in unter 20 Sekunden. DREIhundert, wohlgemerkt.
Wie es aussieht, waren einfach nicht mehr genügend Männer Manns genug, sich der SRT 10 und ihren hohen fahrerischen Ansprüchen zu stellen. Viel Spaß im VW Eos!