Artega GT

Der seit Frühjahr 2009 gebaute Artega GT will als Sportwagen für Individualisten ähnlich wie die Raketen von Wiesmann abseits des Mainstreams auf Kundenfang gehen. Damit es hier nicht zu teuren Katastrophen kommt, nutzt der Artega bewährte VW-Technik.

Mit dem Artega GT bekommt der Porsche Cayman endlich einen Konkurrenten, der nicht nur nur leistungstechnisch, sondern wegen des Mittelmotors auch konzeptionell Paroli bieten kann. Optisch ist die Front des von Henrik Fisker gezeichneten GT irgendwo zwischen Cayman, Mazda MX5 und Ferrari 430 zu verorten. Alles irgendwie bekannt. Das Heck mit der schwarzen Blende zwischen den breiten Scheinwerfern ist gleichwohl identitätsstiftender. Offenbar geht das Unternehmen aus Delbrück bei Paderborn davon aus, dass ihr Artega GT meist von hinten gesehen wird.

Sportwagen mit Passat-Motor

Dem Sportwagen Artega GT verhilft nicht nur ein Motor von Volkswagen zu seinen beträchtlichen Fahrleistungen, sondern ausgerechnet einer der Familienkutsche VW Passat. Der spendet aber immerhin den 300 PS starken 3.6-l-V6-Benziner und gibt als Draufgabe noch ein 6-Gang-DSG hinzu. Der Hecktriebler vermag damit in 4,8 Sekunden dreistellige Tachobereiche zu erklimmen und hört mit dem Vortrieb erst bei 275 km/h auf. Daran nicht unbeteiligt sind seine 350 Nm Drehmoment und das geringe Gewicht von 1.118 kg. Zudem lebt das besonders in der Seitenansicht dynamische Coupe auf großem Fuß: Hinten sitzen fette 305er Reifen auf 19 Zoll Felgen; vorn geht’s sieben Zentimeter schmaler zur Sache.

Mittelmotor-Coupe mit wenig Platz

Den Artega GT als vollwertig nutzbares Coupe einzusetzen, dürfte angesichts der 155 l Kofferraum vorn und 145 l hinten eher schwierig werden. Als sparsamer Sportflitzer sollte er dennoch seine Freunde finden – Zum Preis von rund 83.000 Euro gibt sich der GT mit einem durchschnittlichen Verbrauch von unter neun Litern Super Plus unerwartet bescheiden. Im engen Innenraum der Alu-Spaceframe-Karosserie, die mit Polyurethan beplankt ist, herrscht angemessener Luxus. Die Instrumente sind durchaus hübsch anzusehen, jedoch weit verteilt. Fragen werfen nur die unpassende Schaltkulisse mit dem billig wirkenden Wählhebel und der Passatschlüssel auf. Ansonsten sollte dem Artega-Sportwagen viel Erfolg beschieden sein.