Sparen im siebten Gang

Klingt unwahrscheinlich – ist aber so. Bislang waren Automatikgetriebe in Deutschland nur etwas für Langstreckenfahrer und absolute Schaltmuffel, aber mit dem neuen Siebengang-DSG von VW wird sich dies vermutlich schnell ändern, denn erstmals ist es den Entwicklern gelungen, dass ein Automatikgetriebe weitaus weniger verbraucht als ein vergleichbares Schaltgetriebe.

Als VW im Herbst 2002 das erste Doppelkupplungsgetriebe der Weltöffentlichkeit präsentierte, wähnte man sich einem Entwicklungsvorsprung von fünf Jahren gegenüber den Konkurrenten. Die Prognose der Verantwortlichen sollte sich bestätigen, erst jetzt 2008 ziehen andere Automobilhersteller wie BMW und Volvo nach. Kaum haben andere diesen Vorsprung kompensiert, zieht VW schon den nächsten Joker aus dem Ärmel – das Siebengang-DSG.

Die Technik des Doppelkupplungsgetriebes kann man sich am besten vorstellen, wenn man von zwei kleinen getrennten Getrieben ausgeht. Das eine Getriebe ist ausschließlich für die geraden Gänge zuständig, während das andere sich mit den ungeraden Gängen auseinandersetzt. Fährt man beispielsweise im dritten Gang, ist die Kupplung dieses Getriebes geschlossen –zur gleichen Zeit befindet sich aber im zweiten Getriebe der vierte Gang bereits in Vorbereitung. Erreicht man die notwendige Geschwindigkeit und Drehzahl wird der Motor praktisch auf das zweite Getriebe umgeleitet, die Kupplung des einen schließt und die andere öffnet sich. Dies geschieht fast verzögerungsfrei und ohne Unterbrechung des Kraftstoffflusses, womit dem Auto dynamischere Fahreigenschaften ermöglicht wurden.

Das neue Siebengang-DSG optimiert diesen Prozess und ermöglicht das Schalten in einen siebten Gang. Dadurch fällt die Drehzahl noch einmal um knapp 500 Kurbelwellenumdrehungen, dies verringert erheblich den Verbrauch, aber auch die Geräuschkulisse im Auto. Am Beispiel des Golf TSI mit 122 PS konnte man den Verbrauch um knapp 0,4 Liter auf 100 Kilometer senken. In Zeiten, in welchem horrende Benzinpreise oftmals den Fahrspaß verderben, sind solche Verbesserungen ein Segen für die Autofahrer.